Mittwoch, 9. april 2008

Marionetten, Puppen, Fingerspielzeug.
Geschöpfe ohne Meinung, Willen, ja, eigentlich mit rein gar nichts. Nichts, außer der Hand die sie führt.
Die auch mich lenkt.
Die all meine Bewegungen und all mein Handeln, sogar meine Gedanken und Emotionen bestimmen kann, wenn sie nur fest genug zupresst.
Drückt und drückt, bis mir schließlich die Luft ausgeht und nichts übrig bleibt von mir außer blindes Gehorchen.
Doch manchmal, da wird die Faust nachlässig und lockert ihren Zangengriff, entspannt sich und wiegt sich in Sicherheit. Nur für einen kurzen Moment, einen Augenblick, doch es reicht um mich im Sumpf der Leere die mich umgibt wieder zu finden.  Dann finde ich den Mut, die Kraft zur Rebellion, will selbst Verantwortng für mein Leben tragen.
Aber auch dieser Zustand hält nie lange an.
Ja, die Hand muss mich nicht einmal zurückholen, denn ich komme immer wieder von selbst zum Ausgangspunkt. Zu meinem Meister.
Zu angenehm das Gefühl, nicht selbst entscheiden zu müssen, zu stark der Wunsch, ja die Abhängigkeit geführt zu werden.
Ob ich weiß was es mit mir anstellt?
Sicher, bis ins kleinste grausame Detail.
Ich fühle wie es das Baumaterial aus dem Fundament entfernt um damit die Fassade zu auszubessern, wie es mich mit leere füllt, mich umbringt und gleichzeitig am Leben hält.
Und doch bin ich immer noch Marionette, Puppe, nichts weiter als Fingerspielzeug.
Reglos im Schatten meiner Angst, zusammen mit all den anderen.

von Lij.
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